Fragen
Was ist in der katholischen Kirche los? | Was ist in der katholischen Kirche los? |
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Eine Reihe von Entscheidungen von Benedikt XVI. führte zur Eskalation: Die Wiedereinführung des alten Ritus, die Aufhebung der Exkommunikation der erzkonservativen Pius-Bruderschaft, der Ernennungsversuch eines Weihbischofs in Linz. Die Kollegialität in der Kirchenleitung ist arg belastet. Ist es das Ende des monarchischen Papsttums?
Nach und nach hat die katholische Kirche Gott das Eigentumsrecht auf seine Gemeinde aberkannt und sie menschlich verfügbar gemacht. So ist eine Kirche entstanden, die nicht mehr die Handschrift Gottes hat, sondern die der Welt.
Zunächst hat sich die katholische Kirche mit der Mysterienreligion und griechischen Weisheit vermählt und diese mehr geliebt als das Wort Gottes. Dann hat sie mit der Konstantinschen Wende und der Wiedererrichtung des römischen Reiches in der Karolinger Zeit das römische Herrschaftsprinzip mehr geliebt als das Wort Gottes. Sie wurde eine Kirche von dieser Welt. Schlussendlich hat sie im II. Vatikanischen Konzil den Geist der Aufklärung übernommen und den Menschen in den Mittelpunkt gestellt und so wurde ihre Kirche menschlicher aber auch ein Menschenwerk in all ihrer Zeitbedingtheit. Dennoch haben sich Jünger Jesu auch gewehrt, diesen Geist und diese Abweichung anzunehmen, weil alle diese Verbindungen nicht haltbar waren. Es kamen die Hugenotten, die Waldenser, die Täufer und zuletzt viele Erweckungsbewegungen, die dem Geist des Evangeliums folgten. Auch heute verlassen wieder Menschen die katholische Kirche und versammeln sich in Häusern. So bilden sich wieder schlichte Gemeinden unter dem Wort Gottes, besonders stark in China. Denn nur mehr die Hälfte der Katholiken glaubt an Gott, ca. 30 % an die Gottheit Jesu, 23 % an einen Himmel und ca. 8 % nehmen am Gottesdienst teil. Benedikt XVI. wollte die Abspaltung vom Vatikanischen Konzil, die Pius-Bruderschaft, wieder ins Boot holen. So hat er bereits Zugeständnisse eingeleitet, die diese Bewegung einfordert: Die Wiedereinführung des alten Ritus der Liturgie, die Anerkennung der Pius-Bruderschaft und die Neuverhandlung des Vatikanischen Konzils in ihren strittigen Punkten. Diese Bewegung will aufmerksam machen, dass der Geist des Freimaurertums in die katholische Kirchenleitung eingekehrt sei mit seinem Humanismus, so der Mensch in den Mittelpunkt gestellt wird:
Johannes XXIII. Formulierte ein Gebet mit der Anrede an Gott wie ihn die Freimaurer anreden „Herr und großer Baumeister (aller Welten), wir werfen uns zu deinen Füßen nieder und bitten dich um Verzeihung für die kursierende Häresie, in unseren Freimaurer-Brüdern deine vornehmlichen Verfolger zu erkennen… dass ein Kreuzeszeichen höher sein könne als drei Punkte, die eine Pyramide bilden… dass ein Zirkel auf einem Altar soviel bedeuten kann wie unsere alten Kruzifixe.“ (1) In der Sozial-Enzyklika Frieden auf Erden an alle „Menschen guten Willens“ (Pacem in terris) steht ihm ein Weltstaat vor Augen, der eine universale, politische Gewalt gemäß den Vereinten Nationen sein soll mit der ‚Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte’. Da kommen die Begriffe „Völkergemeinschaft“ „Weltreich“, „Neue Weltordnung“ vor ohne einen Bezug auf Jesus Christus. In der Pastoralen Konstitution über die Kirche in der Welt von heute „Gaudium et spes“ wird der „Neu-Humanismus“ so erklärt: „… wenn wir uns die Einswerdung der Welt vor Augen stellen, eine bessere Welt in Wahrheit und Gerechtigkeit … so sind wir Zeugen der Geburt eines neuen Humanismus, in dem der Mensch sich vor allem in der Verantwortung für seine Brüder und die Gemeinschaft versteht.“ Es wird ein „Integraler Humanismus“ verkündet anstelle des Evangeliums. Das Verbindende dieser Brüderlichkeit ist die Kraft, Gutes zu tun und ein auf den Respekt vor der Menschenwürde gegründetes, gegenseitiges Verständnis.
Das angestrebte Ziel ist eine globale Kirche unter Einschluss aller Religionen: Pauls VI. spracht in seiner Fronleichnamspredigt am 17. Juni 1965: „Man möchte den Weltstaat und eine neue, ideale Gesellschaft bauen. Sie sind wert, bewundert und unterstützt zu werden.“ Johannes Paul II. legt in der Konstitution über die Kirche in der Welt von heute (Gaudium et spes) seine Erlösungslehre vor: „Nach diesen Worten war die Geburt der Kirche … auch die Geburt des Menschen, und zwar unabhängig davon, ob der Mensch dies weiß oder nicht, dies annimmt oder nicht…. Der Mensch existiert ‚in Christus’, - und zwar nach dem ewigen Heilsplan Gottes - von Anfang an.“ - Das ist eine Allversöhnung mit einem „kosmischen Christus“
In der Dogmatischen Konstitution über die Kirche (Lumen Gentium) Pos 1: „Alle Religionen enthalten echte Offenbarung, Gotteserkenntnis und Gotteserfahrung. Der Glaube umfasst alle „Glaubenden in allen Religionen.“ Der Glaube ist ein Menschheitsglaube.
In Nr. 30: „Je mehr nämlich die Welt zusammenwächst, desto offenkundiger greifen die Aufgaben der Menschen über die Sondergruppen hinaus … dann werden sie mit der notwendigen Hilfe der göttlichen Gnade wahrhaft neue Menschen und Erbauer einer neuen Menschheit.“
Dieser Kampf der Geister vollzieht sich ohne Gottes Geist, der ja schon längst übergangen wurde. Gottes Gericht über den Fall Babylons – der untreuen Gemeinde – meldet sich immer deutlicher an. Die Inhalte vom Wort Gottes gehen immer mehr verloren und der Geist der Welt kehrt in das Vakuum immer mehr ein. Der Geist der Aufklärung kann die Probleme unserer Gegenwart nicht mehr lösen, der Fortschrittslaube hat nur mehr wenig Glaubwürdigkeit, der Liberalismus zeigt seine Ausbeutung und Erbarmungslosigkeit, Unruhenherde und Terror nehmen weltweit zu. Der Glaube an das Gute im Menschen wird so erschüttert. Die Fehlerhaftigkeit der unfehlbaren Kirche wird immer handgreiflicher und erfahrene Manager geben ihr ausgiebig Vorgaben, wie sie handeln sollte. Die Katholische Kirche ist zu einem Unternehmen abgedriftet, das den Interessen vieler dienen soll. Dabei wird die Einheit zum höchsten Ziel wie schon zurzeit von Babylon. Diese Einheit wird von oben verordnet, aber die Verwirrung lässt diese Einheit letztlich nicht mehr gelingen, es entstehen immer wieder Polarisierungen.
Johannes Ramel |
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