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Ist das sola fide – der Glaube allein – biblisch korrekt? Wie muss sich mein Glaube bewähren? Mein Glaube soll in den Bund mit Gott führen, zur Beschneidung des Herzens (Kol 2, 11-12). Kann es sein, dass ich  auch vergeblich geglaubt hätte?  (1 Kor 15,2)

1. Die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben an Jesus Christus
Paulus fasst den Weg, der zur Gerechtigkeit Gottes führt in die Worte zusammen: „So kommen wir nun zu dem Schluss, das der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes“ (Röm 3,28).
Es ist wahrhaft eine Frohe Botschaft: „Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben“ (Röm 3, 21-22).
Unsere Rechtfertigung durch den Glauben am Glaubensanfang ist auf unser zurückliegendes Leben bezogen. Gott hat bis dahin hinweggesehen wie Paulus in seiner Aropagrede in Athen sagt: „Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun“ (Apg 17, 30). Da steht der Glaube noch ganz ohne Werke des Glaubens: „Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. (Röm 5,1). 
Die Rechtfertigung des Gläubigen aber während unseres ganzen Glaubenslebens braucht eine Glaubensqualität: „Wenn wir aber im Licht wandelt; wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1 Joh 1,7.9).
Das ist der Glaube, den Jakobus für die Gläubigen einfordert: „So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke (des Glaubens) gerechtfertigt wird und nicht durch Glauben allein“ (Jak 2,1.24). Jesus Christus lehrt im Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht, dass seine anfängliche Vergebung zurückgenommen werden kann: „So wird auch mein himmlischer Vater euch be-handeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergibt“ (Mt 18, 23.35). Auch Petrus mahnt: Wem dagegen diese Dinge fehlen (Tugend – Erkenntnis – Selbstbeherrschung – Ausharren – Gottesfurcht – Bruderliebe – Liebe), der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen“ (2 Petr 1, 9). Erst am Ende ist das Endziel unseres Glaubens erreicht, von dem Petrus spricht: „…Wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!“ (1 Petr 1,9). 
Da diese Erlösung „in Christus Jesus“ ist, kann sie auch nur von denen erlangt werden, die in Christus Jesus sind: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist“ (Röm 8, 1). Was wiederum voraussetzt, dass wir ihn angezogen haben: „…denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen“ (Gal 3, 27). Und Johannes sagt: „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist“ (1 Joh 2,6).
Nur wer seine Gebote hält, bleibt in ihm: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe, und in seiner Liebe geblieben bin“ (Joh 15, 10). „Und wer seine Gebote hält, der bleibt in ihm und er in ihm, und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat“ (1 Joh 3, 24).
So steht schon bei Hesekiel: „Wenn dagegen der Gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abkehrt und Unrecht tut und nach allen Gräueln handelt, die der Gottlose verübt hat, sollte er leben? Nein, sondern er soll an alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, nicht gedacht werden; wegen seiner Treulosigkeit, die er begangen hat, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, soll er sterben!“ (Hes 18,24).

2. Das Sola fide  
Das sola finde - allein der Glaube - ist aus der notwendigen Abgrenzung von der katholischen Kirche aufgestellt worden, weil der Glaube an die Sakramente und der Glaube an die katholi-sche Kirche in Wahrheit nicht rettet. Es soll aber auch nicht übersehen werden, dass in Römerbrief steht: „…dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes“ (Röm 3, 28). Es steht hier nicht ohne Werke schlechthin, sondern ohne Werke des Gesetzes. Weshalb Jakobus verdeutlicht: „So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke (des Glaubens) gerechtfertigt wird und nicht durch Glauben allein. … Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot. (Jak 2, 24.26).
Eine Übersetzung von Röm 3,28 „Glaube ohne Werke“ wäre nicht korrekt, weil es in Wirk-lichkeit heißt: „Glaube ohne Gesetzeswerke“. Wir dürfen in einer Bibelübersetzung nichts hinzufügen – Glaube allein -, da wir sonst vor Gott als Lügner erfunden werden (Spr 30,6) und das Wort Gottes – wie von Jakobus 2,26 – auch nicht verachtet, solcher wird zugrunde gehen (vgl. Spr 13,13). Denn die Summe deines Wortes ist Wahrheit (vgl. Ps 119,160).
1. Gesetzeswerke, aber auch Fleischeswerke schließen aus der Rechtfertigung aus.
Die anfängliche Gerechtigkeit wird ohne jedes Werk dem zugesprochen, der an Jesus Christus glaubt. „Wer dagegen keine Werke (des Gesetzes) verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wir sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet (Röm 4, 5). So sagt auch David: „Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeit vergeben und deren Sünden zugedeckt sind; glückselig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet!“ (Röm 4,7).
Solche, die die „Werke des Fleisches“ tun, werden jedoch das Reich Gottes nicht erben (vgl. Gal 5,19-21). „Weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht, und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen“ (Röm 8, 7-8). Wer vom Reich Gottes ausgeschlossen ist, ist nicht aus Wasser und Geist wiedergeboren (Joh 3,5) und tut auch den Willen Gottes nicht, son-dern die Werke des Fleisches.
2. Ab wann wurde der Glaube Abrahams zur Rechtfertigung?
Abraham glaubte Gott schon ab seiner Berufung: „Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte“ (Hebr 11,8). Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht im Bund Gottes, in einer verbindlichen Beziehung mit Gott. Gott gab ihm Zeit, nach Ur zurückzugehen (vgl. Heb 11,15).
Erst als Gott mit Abram einen Bund schloss, wurde es ihm als Gerechtigkeit angerechnet (1 Mo 15,6), als er bereit war Isaak zu opfern. „Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Wer-ke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war, und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: „Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde ein Freund Gottes genannt“ (Jak 2, 21-23).

3. Erst der Glaube, der zum Bund mit Gott führt, bringt die Rechtfertigung.
Wer also meint, als Gläubiger kein Gottloser (nicht mehr ohne Gerechtigkeit Gottes) zu sein, obwohl er nicht wirklich in den Neuen Bund eingetreten ist oder wer meint, keine Vollendung seines Glaubens durch Werke nötig zu haben, der hat nicht den Glaubens Abrahams. Er sollte sich durch den Judasbrief ermahnen lassen: „Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzi-gen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen“ (Jud 4).

4. Abraham ist der Prototyp für die neutestamentliche Rechtfertigung:
„Er (Abraham) zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, dass ER das, was ER verheißen hat, auch zu tun vermag. Darum wurde es ihm (Abraham) auch als Gerechtigkeit angerechnet“ (Röm 4, 20-22).
Abraham bekam als Siegel der Gerechtigkeit die Beschneidung. „Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon in unbeschnittenem zustand hatte, damit er ein Vater aller unbeschnittenen Gläubigen sei, damit auch ih-nen die Gerechtigkeit angerechnet werde; und auch ein Vater der Beschnittenen, die nicht nur aus der Beschneidung sind, sondern die auch wandeln in den Fußstapfen des Glaubens, den unser Vater Abraham hatte, als er noch unbeschnittenem war“ (Röm 4, 11-22).
Er ist auch der Vater der Beschneidung aus den Nationen. In Christus sind auch wir am Herzen beschnitten worden: „In IHM seid ihr auch beschnitten mit einer Beschneidung, die nicht von Menschenhand geschehen ist, durch das Ablegen des fleischlichen Leibes der Sünden, in der Beschneidung des Christus, da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe“ (Kol 2, 11-12). Es ist also auch standhaftes Ausharren notwendig zur Rechtfertigung, die bleibend sein will: „Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt“ (Hebr 10,36). „Der Gerechte aber wird aus Glauben leben; doch: Wenn er feige zurückweicht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben“ (Hebr 10, 38).
Wenn wir Kinder Abrahams sind, sollen wir auch die Werke Abrahams tun (Joh 8,39). Das Gesetz macht niemand zum Erben, sondern bewirkt Zorn. Dieser Zorn bleibt auf jedem, der dem Sohn nicht gehorcht (Joh 3,36). Der rettende Glaube bringt auch Werke des Glaubens hervor. Wie wäre Noah errettet worden, wenn er sich mit dem „Glauben allein“ begnügt hätte, und nicht dem Gebot Gottes gehorcht und die Arche gebaut hätte?

5. Die Herrschaft der Gnade löst die Herrschaft der Sünde ab
„Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (Röm 5, 20-21). „Wie sollen wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft worden sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln“ (Röm 6, 2-4). „Also auch ihr: haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Christus Jesus; unserem Herren!“ (Röm 6,11). „Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade“ (Röm 6,14).
Eine wunderbare Verheißung! Sie wird jedoch nur denen zuteil, die diese Verheißung durch den Glauben ergreifen. Alle, die weiter von der Sünde beherrscht werden, erweisen sich als Ungläubige, die nicht nur „unter Sünde“, sondern damit auch „unter Gesetz“ bleiben, da sie nicht wirklich „unter der Gnade“ sind. Die Herrschaft der Gnade befreit den Sünder durch den Glauben aus der Herrschaft der Sünde, während ihn das Gesetz unter der Herrschaft der Sünde belässt.
Denn nur der Sohn macht frei von der Knechtschaft der Sünde (Joh 8,34). Wer aber unter der Herrschaft der Sünde Knecht ist, muss wissen, dass der Knecht nicht für immer in dem Haus bleibt (Joh 8,35). „Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Knechte hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? Gott aber sei Dank, dass ihr Knechte der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seit dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist. Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr Knechte der Gerechtigkeit geworden“ (Röm 6, 16-18).
Die Herrschaft der Gnade besteht also nicht einfach darin, dass der auf Christus Jesus Getaufte nur gerecht gesprochen wird, sondern darin, dass der Sünder von der Herrschaft der Sünde befreit und gleichzeitig damit befähigt wird, die Gerechtigkeit zu tun und so seine Frucht zur Heiligkeit hat, und als das Ende davon ewiges Leben (vgl. Röm 6, 19-21).
Die Gnade beschränkt sich also nicht auf eine anfängliche Rechtsprechung des Sünders, in-dem ihm die Sünden durch den Namen des Herrn Jesus vergeben werden,  sondern sie bewirkte auch, dass er freigemacht von der Knechtschaft der Sünde, mit seinem Leib der Gerechtigkeit dient anstatt der Sünde (Röm 3,26). Fragen wir uns: Wem diene ich in meine innere Natur: immer noch (oder wieder) der Sünde oder der Gerechtigkeit?

6. Dem Gesetz getötet
„Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem andere zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen. Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so dass wir im neuen Wesen des Geistes dienen, und nicht im alten Wesen des Buchstabens.“ (Röm 7, 4-6).
Unter Gesetz sein heißt, dass das Gesetz über den Menschen herrscht. Das Gesetz herrscht über den Menschen, solange er sich nicht so mit dem Tod des Christus eins gemacht hat, dass er der Sünde gestorben ist, so dass die Rechtsforderung des Gesetzes (Tod) in ihm erfüllt ist und er nach dem Geist wandelt.
Bewirkt also der Glaube an Christus nicht, dass der Gläubige wirklich mit IHM gestorben ist, dann bleibt er unter der Herrschaft des Gesetzes. Wirklich mit ihm gestorben sein heißt, „der Sünde“ gestorben sein (vgl. Röm 6,2). Bei dem, der „im Fleisch“ ist, wirken die Leidenschaften der Sünden in den Gliedern des Leibes und er kann Gott nicht gefallen. Wohnt Gottes Geist in einem Gläubigen, so ist er „nicht mehr im Fleisch“, sondern im Geist, d. h. die Leidenschaften der Sünden wirken nicht mehr in seinen Gliedern (vgl. Gal 5,24). „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2, 20).

7. Das Gesetz ist weder getötet noch ungültig, noch abgeschafft
Das Gesetz ist weder „getötet“ noch für ungültig oder abgeschafft erklärt worden (vgl. Mt 5, 17-20), sondern der Sünder ist durch den Leib des Christus „getötet“ (mitgekreuzigt) worden. Er wird, sobald er „der Sünde gestorben ist, auch von der Herrschaft des Gesetzes, das den Sünder verurteilt, frei, um sich an dem aus Toten Auferweckten zu binden (vgl. Röm 7), so dass er in dem Neunen des Geistes dient.
Nicht das Gesetz ist „getötet“, abgeschafft oder ungültig geworden, sondern der Sünder ist „getötet“ worden durch den Leib des Christus, und nur durch die tatsächliche Einsmachung mit dem Tod des Gekreuzigten – indem er der Sünde gestorben ist – vom unter Gesetz-Sein frei geworden, um des Christus zu werden, „auf dass wir Gott Frucht brächten“. Also das Gesetz als solches ist nicht aufgehoben worden. Es sind noch jene unter dem Gesetz, die in Wahrheit der Sünde gar nicht gestorben sind.

8. Es ist keine Verdammnis für die, welche in Christus Jesus sind
Es ist unter der Bedingung keine Verdammnis, dass sie in Christus Jesus sind (Röm 8,1), also nach dem Geist wandeln und im Geist sind und nicht nach dem Fleisch wandeln und im Fleisch sind (V 4-9). Das setzt voraus, dass wir Christus angezogen haben, auf Christus getauft sind (vgl. Gal 3,27) und in ihm bleiben. Denn alle, die nicht in ihm bleiben, können nicht in ihm sein und werden verdammt werden (Joh 15,6). Aber nur wer seine Gebote hält, bleib in ihm (Joh 15,10).
Keine Verdammnis verkündigt das Evangelium nur denen, die in Christus Jesus sind, wodurch sowohl das Kommen in ihn (Gal 3,27) als auch das Bleiben in ihm heilsnotwendig ist (Röm 8; Joh 15,10; 1 Joh 3,6.24). Denn die nach dem Fleisch wandeln, welche die Gesinnung des Flei-sches haben, sind dem Gesetz Gottes nicht untertan. Welche nach dem Fleisch leben, und also im Fleisch sind, sind in Feindschaft gegen Gott, gefallen Gott nicht und werden sterben, anstatt ewig zu leben. Nur diejenigen, die durch den Geist die sündigen Handlungen des Leibes töten, sind durch den Geist geleitet, demzufolge nicht unter Gesetz (Gal 5,18). Sie sind Söhne Gottes und Miterben Christi.
Das Gesetz des Geistes hat eine Gesetzmäßigkeit, die besagt, dass der Geist das Gesetz der Sünde und des Todes unwirksam machen kann, was mit dem Leben in Christus im Zusammenhang steht. Es ist ein Leben gemäß seiner Liebe, das derjenige tut, der seine Gebote hält und hierdurch in Christus bleibt.
Das Gesetz des Geistes hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes (Röm 8,2), das ist nicht vereinbar mit einer Gefangenschaft unter dem Gesetz der Sünde und des Todes, weil er der Sünde noch nicht gestorben ist. Wer das Gesetz in seiner Forderung durch den Glauben anerkennt, dass die Rechtsforderung des Gesetzes in Jesus Christus erfüllt wird, der glaubt wirklich an ihn.
Das bezeugt, dass das Gesetz weiterhin gültig ist. Durch den Geist die Handlungen des Leibes der Sünde zu töten, ist die praktische Verwirklichung von „der Sünde gestorben sein“ und ist gleichgesetzt mit „durch den Geist Gottes geleitet“ sein. Nur diese, welche durch den Geist geleitet sind, indem sie gemäß der Lehre des Christus die sündigen Handlungen des Leibes töten, sind wahrhaftige „Söhne Gottes“ und demzufolge Miterben Christi. Sie erfüllen das Gesetz, ohne dass sie unter Gesetz sind, ja gerade deshalb, weil sie nicht mehr unter Gesetz sind.

9. Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt
Er ist das Endziel des Gesetzes, wenn das Gesetz zur Erkenntnis der Sünde führt und damit den Menschen zu Christus hin, da nur ER den Menschen von seinen Sünden erretten und die Herrschaft der Sünde brechen kann. 
Das Wort des Glaubens besteht aus zwei Hauptstücken, Jesus als Herrn bekennen und von Herzen glauben, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat. „Denn jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden“ (Röm 10,13). Wer Jesus so als HERRN (Jahwe) anruft, wird gerettet. Dann ist Jesus der Gott, der rettet.
Wir freuen uns, dass wir nicht unter Gesetz sind als geistlich Gläubige. Aber das Gesetz als solches ist nicht ungültig geworden. „Seid niemand etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes“ (Röm 13, 8.10). Wir können nicht aus eigener Kraft das Gesetz erfüllen, aber wir erfüllen es in der Kraft des Glaubens in Jesus Christus.
„Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten herausgeführt hat, den großen Hirten der Schafe  durch das Blut eines ewigen Bundes, er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus.“ (Hebr 13,20,21).

Johannes Ramel
Neudastr. 10
A-3375 Krummnußbaum
www.johannes-ramel.at